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Thema Schimmelpilzmessung und Schimmelpilzbeseitigung

Schimmelpilz durch desolate Abdichtung Vorkommen von Schimmelpilzen und Bakterien:
 
Schimmelpilze und Bakterien kommen in der Umwelt des Menschen weit verbreitet vor. Es gibt über 100.000 Schimmelpilzarten. Sie haben in der Natur die Aufgabe organische Substanzen abzubauen und den Pflanzen als Nährstoffquelle wieder zugänglich zu machen. Der Mensch ist daher an ein Vorkommen von Schimmelpilzen in der natürlichen Hintergrundkonzentration angepasst.

 
Eine Beeinträchtigung des Menschen ist denkbar, wenn sich die Schimmelpilzexposition quantitativ oder qualitativ stark von der normalen Hintergrundexposition unterscheidet oder der Mensch in seiner Abwehrfähigkeit stark geschwächt ist.
Allergische Reaktionen auf Schimmelpilze in Form von Schnupfen, Bindehautentzündung, Asthma o.ä. sind auch bei Hintergrundexposition möglich.
In diesem Fall empfiehlt sich eine Schimmelpilzmessung und eine Schimmelpilzbeseitigung.
Auch wenn es in Deutschland noch keine verbindlichen Bewertungskriterien für Schimmelpilzbelastungen gibt, herrscht der allgemeine Konsens, dass aus Gründen der gesundheitlichen Vorsorge Schimmelpilzwachstum in Innenräumen nicht geduldet werden soll. (Umweltbundesamt / UBA)
Bei Verdacht auf Schimmelpilzbefall ist eine Sanierungsberatung angeraten.
 
Gesundheitliche Belastungen durch Schimmelpilze und Bakterien
 
Nach heutigen Erkenntnissen muß davon ausgegangen werden, dass das verstärkte Vorkommen von Schimmelpilze und bestimmten Bakterien zu gesundheitlichen Beschwerden führen kann. Im Verdachtsfall kann eine Schimmelpilzmessung mit anschließender Schimmelpilzbeseitigung Klarheit bringen.
 
Schimmelpilz durch desolate Abdichtung Grundsätzlich sind alle Schimmelpilze geeignet, Allergien hervorzurufen. Schimmelpilze und Bakterien können auf Haut und Schleimhäute auch toxische Wirkung haben. Darüber hinaus bilden Schimmelpilze gasförmige Substanzen (MVOCs) und z.T. auch Mykotoxine, die im Verdacht stehen, zu den toxischen Wirkungen beizutragen.
Personengruppen, die höheren Allergenbelastungen ausgesetzt sind, haben mehr Sensibilisierungen als solche mit niedrigen Belastungen. Entscheidend für die Wirkung auf den Menschen sind neben individuellen konstitutionellen Faktoren die Pathogenität und die Gesamtzahl der auf den Menschen einwirkenden Pilze.
 
Schimmelpilze und Bakterien können folgende Symptomatiken hervorrufen:
   • Allergischer Schnupfen
   • Allergische Bindehautentzündung
   • Asthma bronchiale
   • Hautreizungen und Neurodermitis
   • Grippeähnliche Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- u. Gliederschmerzen
   • Sick-Building-Symptomatiken wie Ausschläge, Juckreiz, Nasenbluten, Husten, Magen-Darm-Probleme, Übelkeit, Schwindel oder
      Konzentrationsschwäche.
 
Infektionen durch Schimmelpilze sind dagegen sehr selten. Sie erfolgen am ehesten inhalativ. Betroffen sind ganz überwiegend Personen mit lokaler und allgemeiner Abwehrschwäche z.B. bei HIV Erkrankungen oder nach einer Chemo Therapie.
 
MVOC: Die von Schimmelpilzen abgegebenen Stoffwechselprodukte (MVOC) führen zu den charakteristischen Schimmelgerüchen in
             Innenräumen. In höheren Konzentrationen weisen einige eine toxische Wirkung auf. In unseren Innenräumen bleiben
             die Konzentrationen üblicherweise zu niedrig, um zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen beizutragen.
 
Ursachen für Schimmelpilze und Bakterien
 
In Innenräumen ist das Vorhandensein von Schimmelpilzsporen in erhöhten Konzentrationen ein Hinweis auf einen Schaden des Gebäudes.
Dies wird in erster Linie durch zu viel Feuchtigkeit verursacht. Wenn in Innenräumen Feuchtigkeitsprobleme bzw. Feuchteschäden auftreten, muss neben dem Wachstum von Schimmelpilzen und Hefen immer auch mit dem Auftreten von Bakterien gerechnet werden. Die Zuordnung von Schimmelpilzen und Bakterien zu einer Quelle ist für die Planung der Abhilfe und Ursachenbeseitigung notwendig. Es ist zwischen einem Befall auf Grund eines Wasserschadens und einem Befall durch Raumluftkondensat zu unterscheiden. Eine Sanierungsberatung hilft bei der Ursachenforschung.
 
Wachstumsvoraussetzungen:
   • Organisches Material als Nahrung
   • Temperaturoptimum von 5 - 35 °C
   • freies Wasser ab 70 - 80 % auf den Bauteiloberflächen über ca. 5 Tage
   • pH-Wert zwischen 2 und 11
Erst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind kann Schimmelpilz wachsen und ein Geflecht (Myzel) ausbilden. Bei zu hoher Materialfeuchtigkeit (> 95 %) nehmen die Wachstumsmöglichkeiten von Schimmelpilzen zugunsten von Bakterien ab welche noch höhere Feuchtewerte benötigen. Diese Bakterien ernähren sich unter anderem von den gewachsenen Schimmelpilzen. Bei abnehmender Feuchtigkeit treten Schimmelpilze wieder in den Vordergrund welche sich nun ihrerseits von den Bakterien ernähren können. Dieser biologische Wechsel trägt zu einer permanenten Änderung der Artenzusammensetzung bei.
 
   Geöffnetes Bauteil: Hier fehlte die Wärmedämmung und der luftdichte Anschluss    Wärmebildaufnahme der Öffnung
 
Verschiedene Schwachstellen an der Gebäudehülle, den Installationen, an Dämmlagen oder eine zu hohe Innenraumfeuchte können zu Schimmelbefall führen. Dies muss vor Ort sachverständig mittels einer Feuchtemessung der Bauteile, Klimamessung und gegebenenfalls einer Schimmelpilzmessung geprüft werden.
 
Nachweis und Bewertung
 
Ist Schimmelpilzbefall vor Ort sichtbar, so kann zur genaueren Bestimmung von vorkommenden Arten und Gattungen eine Materialprobe, eine Abklatschprobe oder eine Klebefilmprobe genommen und untersucht werden.
 
Schimmelpilzuntersuchungen in der Raumluft:
Liegt ein Verdacht auf Schimmelbefall / Bakterienbefall ohne sichtbare Befallsstellen vor, so können Raumluftuntersuchungen (Luftkeimsammlungen oder Partikel bzw. Gesamtkeimsammlungen) Aufschluss über die Sporenzahl und Arten der vorhandenen Schimmelpilze in der Raumluft geben. Die entnommenen Proben werden von einem akkreditierten Labor ausgewertet.
Bei der Probenentnahme wird eine definierte Luftmenge bei gleicher Strömungsgeschwindigkeit über einen Nährboden geleitet, so das eine Aussage nicht nur über Gattung und Art, sondern auch über die Sporenzahl pro Kubikmeter Raumluft getroffen werden kann. Als Bewertungshilfe werden die Ergebnisse mit der Außenluftprobe verglichen und entsprechend den Vorgaben des Umweltbundesamtes eingestuft und bewertet.
 
DNS-Analyse als Schnelltest
 
Ein relativ neues Verfahren in Deutschland ist die DNS-Analyse (Desoxyribonukleinsäure Bestimmung) von Schimmelpilzen (PCR-Analyse) welches in Dänemark bereits als Standardmethode zum Nachweis von Schimmelpilzbildung in Innenräumen genutzt wird. Die PCR-Analyse wird oft bei medizinischen Forschungsarbeiten oder bei der gerichtsmedizinischen Forensik angewendet. Bei der PCR-Analyse wird ein Teil der im Rahmen von Probenentnahmen gewonnenen DNS von Schimmelpilzen isoliert und analysiert. Da der DNS-Code für jeden Organismus einzigartig ist, können Schimmelpilze und Bakterien identifiziert und quantifiziert werden.
 
Einige Institutionen schlagen auch das offene Aufstellen von Nährböden vor. Dies ist eine sehr unzuverlässige Methode und gibt keine Auskunft über die Sporenkonzentration in der Luft. Nachfolgend der Vergleich der Ergebnisse einer
   a) Luftkeimsammlung                                                b) Beprobung über offener Petrischale    Luftkeimsammlung    Beprobung über offnener Petrieschale
 
Beseitigung und Sanierung
 
Die wichtigste Voraussetzung zur Beseitigung einer Schimmelproblematik ist das detektieren der Ursache des Befalls. Ohne Beseitigung der Ursache würde der Befall nach einer Sanierung erneut auftreten.
Eine Feuchtemessung der betroffenen Bauteile gibt Hinweise auf einen eventuell bestehenden Feuchteschaden. Die Aufnahme der Baukonstruktion, der Anordnung von Dämm- und Dichtschichten gibt Hinweise auf baukonstruktive Ursachen. Die Aufnahme von Klimadaten, sowie Heiz- und Lüftungsgewohnheiten sind notwendig um einen Schimmelpilzbefall auf Grund von Raumluftkondensat zu bewerten.
 
Ist die Ursache erkannt, so sollte je nach Größe und eventuell kritischen Schimmelpilzarten die Schimmelpilzbeseitigung umgehend erfolgen.
Erstmaßnahmen in kritischen Situationen: Abkleben oder Einstreichen der Befallsstelle mit Sporenbinder; Räume verstärkt und regelmäßig lüften, weiteren Feuchteeintritt verhindern.
 
Relevante Regelwerke für die Schimmelpilzsanierung sind:
   • die Biostoffverordnung
   • die Gefahrstoffverordnung
   • TRGS 400, 524, 540, 710 und TRBA 450,460, 500
 
Rechtliche Situation
 
Oftmals ist die Ursache des Schimmelbefalls entscheidend für die Übernahme der Sanierungskosten bei einer Auseinandersetzung zwischen Mieter und Vermieter.
Liegt ein Wasserschaden der Gebäudehülle oder der Installation vor, so ist die Beseitigung in der Regel Sache des Vermieters. Allerdings hat der Mieter umgehend seiner Hinweispflicht an den Vermieter nachzukommen, sobald sich ein Schaden zeigt.
 
Wird der Schimmelbefall durch Kondensation von Feuchte an Außenbauteilen hervorgerufen, so ist zu prüfen, ob der Dämmwert der Gebäudehülle den geltenden Anforderungen des Baujahres entspricht und ob Wärmebrücken vorliegen. Oftmals tritt Schimmelpilzbefall erst nach Einbau neuer dichter Fenster auf. Hier ist zu prüfen ob der notwendige Luftaustausch für die Abfuhr des Feuchteeintrages durch Bewohnen möglich ist oder durch technische Maßnahmen ergänzt werden muss.
 
Ist ein mangelhaftes Heiz- und Lüftungsverhalten des Mieters die Ursache des Schimmelbefalles, so ist der Mieter in der Pflicht für Abhilfe zu sorgen. Nach einer umfassenden Fenstersanierung reduziert sich in Wohnungen der selbsttätige Luftwechsel oftmals deutlich. Die fehlende Lüftung muss dann entsprechend DIN 1946-6 manuell oder motorisch herbeigeführt werden. Allerdings sollte die Anzahl der notwendigen täglichen Lüftungsvorgänge für den Mieter - laut Rechtsprechung - auf ein zumutbares Maß begrenzt bleiben.
 

Dirk Herberg

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Unsere Leistungen

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  • Beratung zu Umweltfaktoren am Arbeitsplatz
  • Gebäude- und Grundstückscheck
    (z.B. Wärmebrückenanalyse, Luftwechselrate, Schadstoffe)
  • Messung von Feinstaub
  • Baustoffvorprüfungen
  • Elektrosmog-Messung
  • Messungen und Beratung zur Qualitätssicherung (bspw. Raumlufthygiene)
  • Messungen und Beratung zur
    Qualitätssicherung (z.B. Raumlufthygiene)
  • Messungen und Analysen als
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    Gericht und im Versicherungsfall
  • Beratung beim Kauf einer Immobilie
    (z. B. in Bezug auf Baufeuchtigkeit,
    Altlasten und Immissionen)
  • konzeptionelle und/oder praktische Baubegleitung bei Neubaumaßnahmen oder Sanierungsarbeiten, von Schimmelpilzbeseitigung hin zu Störgeräuschen

Carsten Berger

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